Empanadas & der Esel

Die Asino Il Bar übernimmt am Casinoplatz das benachbarte Lokal und macht dort ein lateinamerikanisches Take-away auf. Für das Konzept mitverantwortlich ist auch der gekündigte Casino-Koch Dave Wälti.

Jeweils am Samstag versüsste die Asino Il Bar vielen den Mittag: Sie tischte in ihrem Lokal am Casinoplatz Hotdogs oder Pastrami-Sandwichs auf. Nun übernehmen sie den ehemaligen Laden des Modehauses Stalder nebenan und eröffnen dort am Donnerstag ein Latino-Pop-up mit dem Namen Al Toque. Sie lösen dort eine winterlich-rustikale Zwischennutzung ab und sorgen mit einem lateinamerikanischen Angebot für Wärme im Magen.

Wie schon bei den samstäglichen Mittagessen bekommen sie auch hier Unterstützung von Dave Wälti, der quasi ein Hausfreund ist. Dem ambitionierten Koch wurde vor drei Wochen im benachbarten Casino gekündigt. Ende Monat erwartet er mit seiner Frau das erste Kind, doch der umtriebige Halbbolivianer kann seine Füsse nicht stillhalten. Das Konzept haben er und Silvan Hug innert einer Woche geschrieben. Beim Augenschein vor Ort klebte der Handwerker gerade den letzten Buchstaben von «Toque« (tocar heisst auf Deutsch: berühren) an die weiss geflieste Theke. «Diese Fliesen sind wie an einem südamerikanischen Märit, fehlen nur noch das Holzbrett und der Metzger mit der halben Sau», sagt der 32-jährige Wälti.

Chola, Gaucho und Vegano heissen die drei Sandwichs, die jeweils für 22 Franken zu haben sind. «Das ist preislich an der oberen Grenze. Aber wir verkaufen lieber ein Sandwich, das einen Bissen zu gross ist, als dass jemand hungrig zurückbleibt», sagt Wälti. Von hyperfleischig mit Schweineschulter und Brisket bis zur veganen Option mit Planted Chicken (Erbsenprotein) werden hier alle Ernährungsformen bedient.

Beeindruckend hochgeschichtet ist das Sandwich. Wie man das in den Mund bekommen soll, ist einem anfänglich ein Rätsel. «Genau wie in Bolivien, wo in den Sanducherias bis zu acht Toppings in den Eingeklemmten drin sind», weiss Wälti. Der Biss gelingt dann doch, denn das Brot ist fluffig und lässt sich gut zusammendrücken. Den lateinamerikanischen Klassiker, die Empanadas mit Spinat, Pilzen und Champignons, gibt es für den kleinen Hunger.

Abends dann kommt das Talent des Asino-Barteams von Silvan Hug ins Spiel, das Getränke fürs Mitnehmen anbietet. Fürs Al Toque haben sie Cusquena (Bier aus Cusco, einer peruanischen Stadt in den Anden) und argentinische Mate-Getränke eingekauft. Und es wäre nicht das Asino-Team, wenn es nicht passende Cocktails auf die Karte gesetzt hätte: eine Margarita und einen Chilcano. Diese sind nach ihrem Gusto abgewandelt. Den Limettensaft ersetzen sie mit Verjus (Saft aus ungereiften Trauben). Den Pisco haben sie mit Ingwer destilliert, um die Schärfe loszuwerden.

Bitter – und zwar bitterkalt – wird wohl nur das Wetter werden, denn ab Donnerstag ist für eine Woche Regen und Schnee gemeldet. Da hilft nur eines: eine zweite Runde Margaritas.

*Der Artikel erschien zuerst in der BZ.

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