Das Sternerestaurant Meridiano im Berner Kursaal macht Ende Dezember zu.

Im Berner Kursaal jagt eine Neuigkeit die nächste: Im Oktober teilte das Hotel mit, dass es eine Zusammenarbeit mit Swissôtel eingeht. Jetzt, keinen Monat später, wird bekannt, dass das Gourmetlokal Meridiano per Ende Jahr die Lichter löscht.
Gleichzeitig, wie man die vorhandenen drei Restaurants überprüft habe, hätten diverse Schlüsselfiguren ihre Kündigung eingereicht: Restaurantleiter Giovanni Ferraris hat gekündigt, damit er mehr Zeit für seine Familie hat. Mit ihr wird der Italiener ins Tessin ziehen, um dort eine Stelle als Dozent an der Hotelfachschule anzutreten. Sein Stellvertreter Carlo Esposito hat eine Stelle als Restaurantleiter in Aussicht. Der Patissier Lukas Keller hat gekündigt. Der Souschef hat das Lokal bereits verlassen. Das Meridiano stehe seit Jahren für Qualität und Gastfreundschaft, sagt Kevin Kunz, der den Kursaal mit seiner Frau Karin führt. «Die Qualität können wir durch den Aufbau eines neuen Service-Teams in so kurzer Zeit nicht garantieren», sagt Kunz.
Höchst dotiertes Restaurant der Stadt Bern
Der Küchenchef Fabian Raffeiner bleibt dem Unternehmen als Berater erhalten, aber sagt klar: «Ich stehe lieber am Herd.». Der 33-Jährige kocht seit 2016 im Meridiano. In diesen drei Jahren erkochten er und sein Team sich einen Michelin-Stern und 16 «Gault Millau»-Punkte. Damit ist es das am höchsten dotierte Restaurant der Bundesstadt. Seine Küche ist bekannt für aufwendige Appetitanreger wie Pralinen mit flüssigem Kern und oft finden Kartoffeln in unglaublichen Variationen den Weg aufs Teller. Der Südtiroler kocht auch gern auswärts: Sei es an der Kulinarik-Eventserie «8 Häng 8 Gäng» oder am internationalen Event Steinbeisser.
Raffeiners Kochlaufbahn führte ihn quer durch die Schweiz: Er war zwei Jahre Souschef im Gourmetrestaurant Sens im Vitznauerhof im Vitznau (LU) und wurde dann Executive Chef für den ganzen Vitznauerhof, wo er ein Team von 15 Köchen leitete. Dort bekam er 15 Gault Millau Punkte und einen Michelin-Stern. Danach wechselte er als Souschef nach Zürich ins Restaurant Clouds. 2015 wechselte er für rund ein Jahr ins Hotel Eden in Spiez. Ob er in Bern bleiben wird, werde sich zeigen. «Solche Stellen gibt es nicht wie Sand am Meer», sagt Raffeiner.
Was in den Räumlichkeiten des 6. Stocks geschieht, sei noch nicht entschieden. Denkbar sei, darin Pop-ups durchzuführen oder sie als Event-Räume mit Kulinarik zu nutzen.
*Der Artikel erschien zuerst in der BZ.