Craftbeer & die Weltklasse

Roland Graber von der Craftgallery will Berner Bierbrauer mehr in den Fokus rücken und eröffnet mit Mike Diplock die Bierbar On Tap in der Rathausgasse.

Seit zwei Jahren geschäftet ­Roland Graber mit seiner Craftgallery in der Marktgasse. Das Kellerlokal ist gemäss seinen An­gaben vor allem bei Degustationen so gut besucht, dass er mehr Platz für die Gäste schaffen musste. «Deshalb ist nun unser Flaschensortiment etwas schmaler», sagt Graber. Anstelle von 36 IPAs gebe es noch 24, was immer noch eine stattliche Anzahl sei.

Das ist nicht die einzige Ver­änderung: Ab Juli übernimmt er in der Rathausgasse 53 ein Kellerlokal, das bisher vom Bierkeller Au Trappiste betrieben wurde. «Jeder möchte mal eine Bar aufmachen. Ich unterscheide zwischen Bubentraum und Business, die nötige Gastroerfahrung bringt Mike Diplock mit», sagt Graber.

Der erwähnte Diplock steigt beim Bierkeller Au Trappiste aus und als Inhaber im On Tap ein. Seine ehemaligen Geschäftspartner Oli Vurchio und Eliane Münger vom Biercafé fürchten die neue Konkurrenz drei Häuser weiter keineswegs. «Es war ja schon eine Bierbar. Und als es in der Nähe den Erzbierschof gab, fanden wir das auch befruchtend. Es hat Platz für alle», so Vurchio.

Bern hat Vorrang

Auch Roland Graber sieht kein Problem. «Wir haben ähnliche Zielgruppen, ausser dass bei uns die Freunde der Schweizer Craftbierszene eine breitere Auswahl finden werden», sagt er. Die On-Tap-Bar wird nicht umgebaut, einzig das Biersortiment werde anders aussehen.

Prioritär berücksichtigen Diplock und Graber auch Berner Brauereien. «Die Berner Brauer haben sich enorm verbessert und können teilweise mit der Weltklasse mithalten. Somit sehe ich keinen Grund, alles aus dem Ausland zu importieren», sagt Graber.

Exklusive Berner Biere

Die Berner punkten auch bei der Frische: Wenn ein Bier aus den USA zwei Monate brauche, um nach Bern geliefert zu werden, «kann es die Brauereifrische von einem 523-Bier aus Köniz nicht toppen», ist sich Graber sicher.

Einen Vorteil sieht er auch in den kleinen Mengen der Berner ­Mi­krobrauereien: «Die Biere ge­winnen dadurch an Exklusivität. Und ich freue mich, wenn ich eine Kiste pro Jahr von der Brauerei Nine Brothers aus Wabern bekomme», schwärmt er.

Das Lokal On Tap verfügt über zwölf Zapfhahnen und auch Aussensitzplätze. Nebst dem Gerstensaft sollen nach der einwöchigen Schliessung Apéroplättchen, ­frische Pies und Tatars sowie Konzerte und Brauerabende die Bude wieder zum Brummen bringen.Zapf! auf der Brache

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