Fans & der Puls

BSC Young Boys

YB-Fans blicken hoffnungsvoll auf die Rückrunde. Wir fühlen den Anhängern Nik Leuenberger und Oli Jost den Puls.

«Endlich ist wieder Fussball angesagt», sagt Oli Jost. Er sitzt mit Nik Leuenberger in der Barbière am Breitenrainplatz. Die beiden YB-Fans wirken ­ruhig, doch das täuscht. Am Samstag startet die Rückrunde der Super League, die Young Boys führen die Tabelle an, und die Chancen stehen gut, dass die Berner im Mai einen Pokal ­holen.

Der 43-jährige Nik Leuenberger ist froh, dass es nach der Winterpause endlich losgeht. «Die Ausgangslage macht nervös», sagt Leuenberger. Ähnliche Gefühle hat auch Jost: «Ich bin wegen der Goaliesituation angespannt», sagt er. Der Stammtorhüter David von Ballmoos ist verletzt, und im Tor steht nun Marco Wölfli.

Die beiden YB-Anhänger verfolgen jede Partie ihres Klubs, die Heimspiele vom Sektor D aus und die Auswärtsspiele vor dem Fernseher und sporadisch vor Ort. Vergangenes Jahr sorgten sie für Schlagzeilen, als sie beim Cupspiel gegen Münsingen einen Fanmarsch veranstalteten. Mit einem umgebauten Leiterwagen, den sie beim Halbfinal am 27. Februar gegen den FC Basel wieder einsetzen wollen.

Fans seit Kindertagen

Der 45-jährige Jost spielte 32 Jahre selber Fussball, heute lebt er mit seiner Familie im Murifeld. Seit er Vater geworden ist, sei er nicht mehr an ­jedem Spiel: «So verschieben sich die Prioritäten.»

Während Jost seit acht Jahren auf dem Balkon des Sektors D sitzt, trifft man Nik Leuenberger auf dem Parkett in der Fankurve. «Ich bin nicht in einem Fanklub, unterstütze sie aber und steuere ans Choreografiekässeli bei», sagt der gebürtige Worber. Anders als die meisten Fans trägt er auch gelben Stulpen, Schuhe und eine mit Logos versehene Jacke.

Seit Kindertagen ist Leuenberger YB-Fan, infiziert durch Vater Jörg, der den Philips-Cup mitorganisierte. Leuenberger erinnert sich an den letzten Meistertitel 1986, wie seine ­Familie das Spiel am Radio angehört hat. Er gehört zu der Generation, die den letzten Cupsieg 1987 und eben den letzten Meistertitel erlebt hat. «Aber ich gehöre auch zu der Generation, die etliche Niederlagen miterleben musste. Jetzt ist es Zeit», sagt Leuenberger.

Er fordert den Meisterpokal, am liebsten auch den Cupsieg. Beide liegen seiner Meinung nach drin. «Ich will das aber gar nicht laut aussprechen, sonst verschreie ich es noch», sagt er. Auch Oli Jost hegt gelb-schwarze Hoffnungen und sieht sich eine Woche lang unter Alkoholeinfluss feiern.

Auftakt mit Ostschweizer

Heute Abend um 19 Uhr wird angepfiffen, und die Gelb-Schwarzen starten gegen den FC St. Gallen. «Das ist ein guter Gradmesser, um zu zeigen, wie Fussball funktioniert», sagt Jost. Sein Tipp: 3:1. Über einen Sieg ist sich auch Leuenberger sicher: «Hier in Bern ist nichts zu holen – sorry, Jungs.»

Gelb-schwarze Hoffnungen.Wir messen bis zur Entscheidung in der Meisterschaft bei den Fans Oli Jost und Nik Leuenberger den Puls, vermelden ihre Stimmung und ihre Emotionen.

*Der Artikel erschien zuerst in der Berner Zeitung.

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