Alligator & die Armen

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«Sumpfhuhn?», fragt die Kellnerin, einen Teller auf der Hand balancierend. Ich reagiere nicht, da ich nichts dergleichen bestellt habe. Sie lacht und klärt mich auf: «Wissen Sie, Alligator schmeckt wie Hühnchen. Deshalb nenne ich es so.» Meine Bestellung war Alligator in einem Po-Boy, abgekürzt für «poor boy», was früher ein Arme-Leute-Essen war. Sie stellt mir den Teller hin und fragt später nach: «Und? War es ein guter Vergleich?». Ja, das war es.

Alle Türen des Restaurants sind offen und draussen spielt das Leben von New Orleans. Die 355’000-Seelen-Stadt wird auch «The Big Easy» oder Paris des Südens genannt und lockt Touristen zu Tausenden an, besonders das französische Quartier hat es den Ausländern angetan. An den Kolonialbauten und den verschnörkelten Balkonen kann man sich nicht satt sehen.

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