Den neuen Betreibern der Badibeizen werden lange Wartezeiten und überteuerte Bio-Hotdogs vorgeworfen. Ich war zum Zmittag, Zvieri und Znacht bei ihnen essen.

Erste Station fürs Zmittag ist das Wylerbad. Die 24 Grad locken nicht gerade Massen an. Es gibt weder Warteschlangen noch Wartezeit. Auch der Samstag sei nicht gut besucht gewesen, sagt der Beizli-Angestellte, dafür seien die Abende unter der Woche voll. Auf der Menütafel stehen unter anderem Sandwichs ab 6.50 Franken und Salate ab 7.50 Franken zur Auswahl. Die Serini-Fischknusperli sind ausgegessen.
Wir entscheiden uns für Hummus mit Grillgemüse und Brot für 6.50 Franken. Kaum haben wir einen Tisch im Schatten gefunden, ist das Essen schon bereit. Elf Personen sitzen im ganzen Beizli, das mit verschiedenfarbigen Tischen und Stühlen eingerichtet ist. Am effizienten Service vor Ort ist gar nichts zu bemängeln.

Die Station fürs Zvieri ist das Weyermannshaus im Stöckackerquartier. Nach dem füllenden Hummus tut die Velofahrt sehr gut. Als wir im Weyerli ankommen, hat es im Beizli eine riesige Schlange. Meinen wir zumindest, aber eine Angestellte sagt, das sei gar nichts.
Wir springen kurz ins grösste Freibadbassin der Schweiz und versuchen unser Glück noch mal. Gutes Timing haben wir dieses Mal: Nach drei Minuten schlecken wir schon unsere Glace (Himbeersorbet am Stängel und Waldbeeren mit Joghurt von Gasparini für 3 Franken). Das Beizli hat drinnen Schulkantinenflair, draussen sind alle Tische besetzt. Im Schatten der weissen Sonnenschirme und mit Blick auf das türkisfarbene Becken kommt Ferienstimmung auf.

Fürs Znacht radeln wir quer durch die Stadt in die Ka-We-Deim Kirchenfeld. Bei der Abendessenszeit kann man immer das Rudelverhalten der Mitmenschen beobachten. Alle bekommen gleichzeitig Hunger, oder der Duft vom Nachbartisch regt den Appetit an.
Aber auf dem Dach der Sunset Bar sind dreizehn Personen, in der Warteschlange niemand, und bis das Essen parat ist, dauert es eine Viertelstunde, was bei so wenig Gästen doch eher ein Tick zu lange ist.
Wir bestellen ein vegetarisches Apéroplättli für 20 Franken. Dazu einen relativ grossen Cherrytomaten-Mozzarella-Salat für faire 8 Franken und den ominösen Biohotdog mit knackigem Würstchen für 9.50 Franken, mit Röstzwiebeln und Essiggurke. Eine Angestellte meint, dass die negative Berichterstattung immerhin dafür gesorgt habe, dass viele Gäste unbedingt den Hotdog ausprobieren wollten.
* Der Artikel erschien zuerst in der Berner Zeitung.