Am Freitag eröffnet im Post-Parc das neue Restaurant «eifach guet». Dahinter stecken zwei Gastronominnen, die mit Grosi-Rezepten und kompetentem Service Gäste anziehen wollen.

«Mein Vater wollte schon immer mit mir ein Restaurant aufmachen», erzählt Aline Siegenthaler (links im Bild). Als sich die Möglichkeit ergab, die Räume des Restaurants Pangäa im Post-Parc zu übernehmen, fackelte das Vater-Tochter-Duo nicht lange, und am Freitag wird das neue Restaurant «eifach guet» eröffnet.
Operativ hat der Vater wenig zu melden, denn die jüngere Generation ist am Drücker: Die 29-jährige Aline Siegenthaler führt das Lokal gemeinsam mit Eliane Walther. Letztere war die letzten acht Jahre im Äusseren Stand tätig und zufälligerweise auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. «Wenn wir das so geplant hätten, dann hätte das wohl nie geklappt», sagt die 30-jährige Walther, die das Wirtepatent innehat. Auch Siegenthaler bringt Gastroerfahrung mit: Nach ihrer Kochlehre stieg sie sofort in den Service um, wo sie zuletzt beim Pangäa tätig war.
Das Pangäa eröffnete hier die zweite Filiale, die erste befindet sich quasi über die Strasse, an der Schwanengasse. Als ehemalige Arbeitnehmerin weiss Siegenthaler: «Die beiden Filialen lagen zu nahe beieinander, der Chef Aydin Yildirim ist vom einen Ort zum anderen gestresst.»
Von Brooklyn bis Brown Ale

Der Name «eifach guet» ist Programm: Hörnli und Ghackets mit Apfelmus, Rösti oder Gschwellti mit Chäs, solche Menüs findet man auf der Karte. Am Mittag gibt es zwei Menüs oder eine Kombo mit Vorspeise, Hauptgang und Kaffee für 27 Franken. Nebst ihren selbst gemachten Wasser – Minze, Ingwer und Zitrone – gibt es 15 verschiedene Biere. Darunter auch vier Sorten der Brooklyn Brewery und andere Craft-Biere. Siegenthaler arbeitete zwischendurch im englischen Pub Pickwick am Hirschengraben, doch aufs Bier ist sie nach ihrer Schwangerschaft gekommen. «Plötzlich mochte ich einfach keinen Wein mehr und habe so die Liebe zum Bier entdeckt», sagt die Mutter eines 4.5-jährigen Mädchens.
Mit ihrem Lokal sind sie an einem neuralgischen Ort, gleich neben der Welle und beim Hirschengraben, wo ein täglicher Pendlerstrom vorbeizieht. Gegen die Konkurrenz wollen sie sich mit Service und frischer Zubereitung abheben. Dass hier vorher schon ein Restaurant war, helfe ihnen sicherlich, Gäste zu gewinnen. «Und wenn jemand reinkommt und das Pangäa erwartet, dann überzeugen wir sie, dass es hier auch gut ist», sagt Siegenthaler.
Mit Service gegen den Strom

Die Handschrift der Frauen sieht man im Lokal gut, die Backsteinwand und die Damentoilette haben sie mit viel Farbe dekoriert. «Auch draussen setzen wir auf verschieden farbiges Mobiliar, um vor dem schwarzen Post-Parc-Gebäude aufzufallen. Und um uns von unserem Nachbarn abzuheben», beschreibt Walther ihren Stil. In dieser Gegend muss es insbesondere am Mittag schnell gehen, die Büroangestellten holen sich schnell etwas in der Welle 7 und verspeisen es.
Das «eifach guet» will gegen den Strom schwimmen: «Wir sind ein richtiges Restaurant mit richtigem Service, und wir wollen den Leuten wieder etwas Ruhe am Mittag geben», erklären die beiden motiviert. Das Team des Restaurants besteht aus fünf Vollzeitstellen, diversen Aushilfen, und in der Küche stehen Sebastian Korge, Ali Ossoy und der künftige Küchenchef Angelo Truisi am Herd.
*Der Artikel erschien zuerst auf bernerzeitung.ch