Arnold & die Steinhalle

Der Spitzenkoch Markus Arnold ist nach vier Jahren Suche nach einem geeigneten Lokal in der Berner Innenstadt fündig geworden.

steinhalle

Nach vier Jahren in Provisorien wird der Sternekoch Markus Arnold sesshaft: Der 35-Jährige wird ab September das Bistro Steinhalle im Historischen Museum am Berner Helvetiaplatz übernehmen. Dieses wurde bisher vom Berner Gastrounter­nehmen Ossobukko geführt.

Die Steinhalle sei das perfekte Lokal, schwärmt Arnold: «Mein Anspruch an Infrastruktur und Lage ist hoch, und das Gesamt­paket muss zu hundert Prozent stimmen. Aber das Warten hat sich gelohnt.»

Spitzenküche im Kirchenfeld

Arnold hat sich nach seiner Anstellung im Restaurant Meridiano im Kursaal und einer Auszeit einen Namen als Pop-up-Unternehmer gemacht. Vom Gastroführer «Gault Millau» wurde er kürzlich als Pop-up-König von Bern betitelt, was nicht von un­gefähr kommt: Das erste Projekt führte er 2013 im Privatclub Clé de Berne an der Schwanengasse.

Das zweite war das vietnamesische Restaurant Brother Frank, das Arnold im Frühling 2016 am Bollwerk betrieb. Das letzte Pop-up schloss vor zwei Wochen am Kornhausplatz und hiess «Mister Mori – no sushi». Mit dabei war bei beiden Letzteren auch Tom Weingart, der beim neuen Restaurant nicht mit von der Partie ist. «Vielleicht wird es aber in Zukunft ein neues gemeinsames Projekt geben», so Arnold.

Ob das sechzigplätzige Restaurant den Namen Steinhalle behalten wird, ist noch nicht klar. Zum Konzept verrät Arnold nur so viel: «Wir werden saisonale, frische und gesunde Gerichte am Mittag servieren.» Abends will er mit regionaler Spitzenküche Gäste ins Kirchenfeld locken. Nach den arbeitsintensiven Pop-up-Betrieben fährt der frischge­backene Vater nun in die Ferien, wo er auf letzte Erholung vor seinem «langersehnten Traum des eigenen Restaurants» hofft.

Ossobukko schrumpft

Dass die Steinhalle von Ossobukko abgetreten wird, kommt nicht von ungefähr: Das Gastrounternehmen der Cousins Fritz und Max Grunder hat bereits vergangenen März das Restaurant Sassafraz in der Aarbergergasse überraschend geschlossen. Dies wurde damals mit Unternehmenswachstum in den letzten Jahren und privaten Gründen erklärt. Im Juli wurde auch das Café Diagonal an neue Betreiber übergeben. Weiterhin gehören das Restaurant Fugu in der Gerechtigkeitsgasse und das Karl & Co. in der Kramgasse zum Beizenunternehmen.

Ob Steinhalle-Mitarbeitende in Arnolds Team weiterarbeiten werden, ist unklar. Bisher seien keine Gespräche geführt worden. «Für die Schlüsselpositionen habe ich allerdings Personen im Visier, die ich schon vom Meridiano kenne», gesteht er. Als er dort 2009 startete, wurde er mit 16 Punkten ausgezeichnet. 2011 wurde er vom «Gault Millau» zum Aufsteiger des Jahres gekürt und erhielt den 17. Punkt. Arnold war es, der den allerersten Michelin-Stern nach Bern holen konnte.

*Dieser Artikel erschien zuerst in der BZ. zuerst in der BZ.

 

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