
Als ich von einem Besuch bei Mennoniten zurück nach Sarteneja kehre, treibt mich der Hunger zu Pablito. «Gibt es noch Frühstück, Pablito?», frage ich. «Por supuesto, yo hago todo que piden mis clientes», erwidert dieser.Pablo Elias Alas, wie er mit vollem Namen heisst, führt das Restaurant «Estrella del Mar», eines der zwei Restaurants in Sarteneja. Seine Karte ist minimal, Burger, Fisch, Chicken, Ceviche (welches ihm meist zu lange dauert), Reis und Bohnen. Dafür hat er gute Preise und gute Laune. Noch immer hat er die Weihnachtsdekoration installiert und irgendetwas, sagt mir, dass dies schon seit Jahren so ist und auch nächste Weihnachten noch so sein wird.
Links vom Restaurant hat er einen kleinen Laden, davor steht ein Ziegelstein, damit die kleinen Leute auch über seine Theke blicken können. Nicht, dass es viel in den Gestellen zu entdecken gäbe, die Leere erinnert mich ein bisschen an Kuba. Rechts vom Restaurant ist eine Bar, in der ich während den zwei Wochen, die ich hier war, keinen einzigen Gast gesehen habe.

Pablito ist 41 Jahre alt und ist vor aus seinem Heimatland El Salvador geflüchtet, wo er im Krieg diente. Dieses Leben liegt hinter ihm, er hat hier neu angefangen, wie er sagt. Er ist verheiratet mit Judith, die oft am Tisch sitzt und häkelt. Gemeinsam haben sie eine 17-jährige Tochter.
Bald bringt er mir das Frühstück, Rührei mit Zwiebeln, dazu gibt es Frijol, süsse Bananen, Salat und Fried Jacks. Auf die Frage, wie er die mache, schweigt er. «Gastronomen verraten nie ihr Geheimnis», meint er und kehrt wieder in den Laden zurück. Bald wird er mehr gastronomische Konkurrenz haben, da keine zwei Häuser entfernt ein Hotel gebaut wird. «Ich mache mir darüber keine Sorgen», sagt er. Er sei so, wie er ist und könne sich nicht ändern, auch nicht sein Restaurant.