
Im ehemaligen Restaurant Paprika beim Inselareal ist Leben eingekehrt: Der Beizenkönig Isni Jemini hat ein italienisches Lokal mit dem Namen Ambiente aufgemacht.
Am Mittwochabend wurde das Ristorante Ambiente an der Bühlstrasse offiziell eröffnet und das Mobiliar musste den zahlreich erschienen Gästen weichen. Seit drei Wochen ist es bereits in Betrieb und füllt das Lokal des ehemaligen Ristorante Paprika wieder mit Leben. Rund zweieinhalb Jahre standen die Räume bei der roten Brücke in der Nähe des Inselspitalareals leer. Nach einem dreimonatigen Umbau und dem Bau eines Holzofens hat die Familie Jemini nun übernommen.
Vom Laufburschen zum Beizenkönig
Geführt wird das Lokal vom Beizenkönig Isni Jemini. Dieser ist kein unbeschriebenes Blatt im Kanton Bern: Der gebürtige Kosovare kam 1984 in die Schweiz und war er zuerst als Laufbursche in einem Restaurant am Bärenplatz in Bern tätig, arbeitete sich vom Serviceangestellten zum Chef de Service hoch, bevor er selber zum Pächter wurde: Im Sinnebrüggli in Thun war er von 1992 für 15 Jahre der Boss, 2008 kaufte er die dortige Liegenschaft inklusive Restaurant.
In den 90er Jahren baute er sich ein kleines Gastro-Imperium auf, unter anderen hatte er das Al Ponte und das Rialto in Thun, das Da Vito in Steffisburg, das Da Toto in Biel, das Stella del Lago in Oberhofen. Auch in Bern führte er das La Vita beim Bierhübeli, das La Gioia und Celina beim Bärenplatz, die er heute allesamt verpachtet hat. Jemini wirkt somit im Hintergrund.
Auch seine Grossfamilie Jemini ist ebenfalls in der Gastrobranche tätig und habe rund 20 Lokale im Kanton Bern.
Hier Lokale, dort ein Einkaufszentrum
Das Ambiente ist das einzige Restaurant, bei dem Jemini im Vordergrund mitwirkt. Zwar ist sein 22-jähriger Sohn Vito, der gerade das Wirtepatent erwirbt und später Recht und Wirtschaft in Zürich studieren will, der Geschäftsführer, aber ganz vorne steht noch immer der Vater.
Der geschäftet nicht nur im Kanton Bern, sondern auch im Kosovo, wo er eine Druckerei, eine Kartonfabrik und ab Sommer 2017 eines der grössten Einkaufszentren des Landes betreibt. Die 250 Wohnungen, die auf der Mall gebaut wurden, seien verkauft. In Pristina betrieb er neun Monate ein Casino, das er wegen Lizenzproblemen schliessen musste.
Selbstgebauter Pizzaofen

Das Ambiente verfügt über 130 Innenplätze und 140 Plätze auf der Terrasse. Jemini hat per 1. Dezember 15 Personen für die Bedienung der Gäste angestellt. «Und auch unsere Familie arbeitet mit», sagt Jemini.
Bei der Eröffnung am Mittwochabend lief der Pizzaofen heiss, dieser wurde laut Angaben von Jemini von ihm gebaut. «Ich habe schon einige selber gebaut und der hier ist einer der Schönsten», sagt er stolz.
* Der Artikel erschien zuerst in der BZ.