
Erst am Wochenende wurde der Eiger am Eigerplatz eröffnet, doch es ist eines dieser Lokale, bei denen ich beim Eintreten denke: Es fühlt sich an, als würde man seit ewigen Zeiten hier einkehren. Vielleicht hatte ich dieses Gefühl, weil ich in der ersten Sekunde eine Freundin sah, die auch immer die neuen Orte der Stadt auskundschaftet, vielleicht, weil ich das Personal vom BZ-Interview kenne. Vielleicht, weil das Interieur so heimelig ist.
Item, bald hatten wir ein Glas «Kater» vor uns und bestellten von den kleinen Portionen den Geisskäse, den Kürbis mit Sesam und Joghurt, den Salat, den Braten und einfach so dazu lieferte die Küche eine Brokkoli-Suppe. Alles wurde auf zuckersüssen Tellerchen aufgetischt und wir wurden genau perfekt satt.

Der Biowein (Maremma, Toskana, 2006, pro Glas 9.50 Fr. oder 62 die Flasche) stellte sich als toller Begleiter heraus. Vor dem Essen war er mir etwas flach, aber während des Essens entfaltete er sein gesamtes Bukett von schwarzen Beeren, leichter Peffernote und Dörrpflaume.
Der «Kater» ist eine Assemblage aus Sangiovese, Merlot und Cabernet Franc. Und was ich persönlich witzig finde, ist der Name. Die Weinhandlung Weinerlei, die – wie der Eiger – zur KG Gastrokultur gehört, hat immer tolle Namen für ihre Weine (beispielsweise Finöggu).
Auch toll ist die Etikette: Diese wurde von Büne Huber gezeichnet. Via Management bekam die KG Gastrokultur eine Absage, doch als Büne in Le Beizli – einem weiteren Lokal – zum Znacht war, machte er mit. Nicht länger als 5Minuten habe er gebraucht, erzählte mir der Michel Gygax von Weinerlei, um sie zu gestalten. Buntstifte hatte der Sänger natürlich keine dabei, die braune Farbe stammt vom Kaffeesatz seines Espressos…