Cidre & die Liebe

Der Wind weht den feinen Sand über die Kante der Düne. Wer gleich dort steht, bekommt ein sanftes Peeling. Aber nicht nur das: Die Aussicht, verdient nach dem Stufensteigen, ist bombastisch. Schweift der Blick nach links, sieht man Pinienwälder und die Düne, die sich ungefähr zwei Kilometer in die Ferne zieht. Schweift der Blick nach rechts, so sieht man den Atlantik mit einigen grossen Sandbänken und unzählige kleine Boote, deren Besitzer sich von der Sonne aufs Wasser haben ziehen lassen.

Wir stehen auf der grössten Sanddüne Europas, Dune du Pilat, wie sie die Einheimischen nennen. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen: Bereits vor sechs Jahren haben ich und mein Herzallerliebster den Zug nach Arcachon genommen, immerhin 50 Minuten von Bordeaux entfernt, nur um zu erfahren, dass sonntags kein Bus fährt. Wir hätten damals auch ein Fahrrad ausleihen können, doch natürlich waren wir zu spät unterwegs. So spazierten wir damals durch das Städtchen, begegneten keiner Menschenseele, oder zumindest hat mein Erinnerungsvermögen niemanden abgespeichert.

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Anstelle der Düne fanden wir irgendwann eine kleine Crêperie, in der sich alle Menschen der Stadt eingefunden hatten, um zu essen. Draussen war es kalt und das Lokal war so gut besucht, dass die Fenster von der Hitze anliefen. Wir gingen rein und der Zufall wollte es, dass gerade zwei Gäste bezahlten und wir das einzige Tischchen bekamen. Wir bestellten Cidre, den wir aus Tassen tranken und assen die besten Galettes der Welt. Wir beide lehnten damals über den Tisch, um Küsse auszutauschen und das Leben war – auch ohne Düne – perfekt.

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