Mit dem Südkoreaner beim Südkoreaner

Arirang

Das einzige koreanische Restaurant in der Stadt Bern hat Anfangs Dezember wieder aufgemacht. Früher war es als Wok-Town in der Markthalle und nun neben dem Pickwick am Hirschengraben zu finden.

Ich besuche es mit meinem Mitbewohner mit südkoreanischen Wurzeln. Wir sind gegen 20 Uhr dort und bereits sind wieder Tische freigeworden. Sehr voll wirkt allerdings die Schauküche, wo rund acht Köche sich gegenseitig auf die Füsse stehen, etwas übertrieben, aber genau deshalb kann man hier innert 30 Minuten essen und dann noch ins Kino.

Wir bestellen als Vorspeise frittierte Mandu (Fr. 15) mit Sojasauce und Salat mi Sojadressing. Mir munden die Teigtaschen, meine Begleitug kritisiert die Mege an Säure. Als Hauptgang bestellen wir das traditionelle «Bulgogi» in zwei Varianten, Poulet (Fr. 22.50) und Rind (Fr. 26). Dazu Kimchi (Fr. 3) und Seetang (Fr. 6). Wie normalerweise Asiaten einen Lehrgang in korrektem Fondue-Behaviour bekommen, wird nun mir eine Bulgogi-Lektion verpasst: Man nehme ein Seetangblatt, lege Kimchi darauf, dann wahlweise vom Bulgogi und dann in einem Biss rein in den Mund. Begeisert bin ich davon: Dieses Essen hat was von Tacos self made. Ausserdem erinnert doch mit blossen Händen essen an Kindertage. Und wer liebt schon nicht die Stäbchen-Eleganz.

Wer nun denkt, koreanisch sei einfach eine weitere asiatische Küche, der täuscht sich: Gerade durch Kimchi, das aus eingelegtem Chinakohl besteht, gewinnt das Essen einen Gusto, der sich mit nichts anderem vergleichen lässt. «Das meiner Mutter ist besser», meint allerdings meine Begleitung.

Auch der Seetang ist nicht wie der beim Sushi verwendete, er ist luftig und aufgepufft, in einer grünen Farbe. Was schade war, dass die beiden Bulgogi als scharf angepriesen, aber in Schweizer Rachen bekömmlicher Version geliefert werden.

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