Patin werden ist nicht schwer. . .

Letztens bin ich dreifache Patin geworden. Eine Freundin hat drei kleine Mäuse vorbeigebracht, auf die ich und mein Freund während ihren Ferien aufpassen. Wir drücken uns nun die Nasen platt am Terrarium und beobachten unsere neuen Mitbewohner. Süss sind die Mäuschen und nervös. Da ihr Herzrhythmus schneller als der unsrige ist, meint man, dass sie permanent unter Stress stehen. Immerzu wieseln sie auf und ab, knabbern hier ein bisschen und schnüffeln da an ihren Körnern. Mäuse sind eigentlich keine Haustiere. Im Tierhandel werden sie als «Schlangenfutter» verkauft, was sofort Mutterinstinkte wachruft.

Zuerst waren da Gaia und Juno, doch Juno ist gestorben. Mäuse haben eine Lebenserwartung von maximal zwei Jahren. Das Tiergesetz befolgend wurde die Mäusefamilie mit zwei neuen Mäusen komplettiert. Gaia verfälscht die Statistik, da sie nun zwei Jahre und zwei Monate alt ist. Sie braucht Medizin, damit sie sich nicht ununterbrochen kratzt. Ein halbes Tröpfchen Antibiotika macht ihr Leben leichter. Fünf Tage verweilt sie bei uns und insgeheim hoffe ich, dass sie diese Tage überlebt. Mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen gilt dieser Maus, die jetzt in unserem Büro wohl aktiv wird und sich die Nacht im Mäuserad um die Ohren schlägt. Am Morgen schaue ich nach, erblicke drei schlafende, atmende Mäuse und atme erleichtert auf. Traurig wäre es, wenn wir einen Mäusetod vermelden müssten.

Bald fliege ich nach Kuba, für diese Zeit suche nun auch ich eine Patin. Nicht für Haustiere, sondern für meine 18 Pflanzen. Gestern habe ich sie zum ersten Mal gezählt. Jesses, wie konnte das geschehen? Ich besitze mehr Pflanzen als Schuhe. Mein Freund findet sie zwar schön, aber eigentlich sind sie ihm egal. Wir wohnen zusammen, doch das Experiment, dass er sie hütet und (regelmässig) giesst, ist bereits als gescheitert ad acta gelegt. Damals waren es noch 20 Pflanzen. Die armen Dinger sind vor seinen Augen verdurstet und er hat es nicht einmal realisiert. Sie nicht eines Blickes gewürdigt, denn dann hätte er ihren Durst doch bemerkt. Also: Wer möchte meine Pflanzen-Patin werden? Ich trage sie auch in die Wohnung, auf 18 Spaziergänge habe ich mich schon eingestellt. Hauptsache sie überleben meine Ferien. >>> Zum Podcast

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